Kunst & Philosophie. Denkwege zur Kunst mit Kunsthistorikerin und Philosophin Catharina Wittig, Thema: Immanuel Kant: Wie geht Erziehung?
Datum:
Sonntag, 31. Mai 2026
Uhrzeit: 12:00
Uhr
Kategorie:
Führung
Veranstalter: Kunsthalle Mannheim
Adresse: Friedrichsplatz 4, 68165 Mannheim
Beschreibung:
Das Philosophieren mit Bildern und über Bilder ermöglicht uns einen sinnlichen sowie kritisch-reflexiven Erfahrungszugang zu grundlegenden Fragen menschlicher Existenz. Bilder und Sprache vermitteln Weltsicht, sie heben das Allgemeine im Besonderen hervor, wodurch sie unseren Lebensalltag vertiefen. Jeweils ausgehend von einer Werkbetrachtung und im Dialog mit einem philosophischen Text erschließen Sie mit Catharina V. Wittig M. A. phil. unter dem Titel „Denkwege zur Kunst“ jeweils eine philosophische Fragestellung. Thema: Hannah Ahrendt, Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen Im März steht Hannah Arendts bis heute umstrittener Bericht "Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen" (1961/64) im Zentrum des philosophischen Gesprächs . Die Art des Verbrechens war Arendt zufolge nicht einfach kategorisierbar. Was in Auschwitz geschah, sei beispiellos gewesen, ein Verbrechen gegen die Menschheit. Eichmanns Realitätsferne und Gedankenlosigkeit habe mehr Unheil anrichten können als alle dem Menschen innewohnenden bösen Triebe zusammengenommen. Arendts Bestimmung des Bösen an Eichmann als allgegenwärtige Gefahr folgt aus einer existentialistisch gefärbten Kulturkritik, die mit den Begriffen Verlassenheit („Weltlosigkeit“), Bindungslosigkeit, Arbeitsteilung und bürokratische Anonymität bezeichnet wird. Das Nazitum verwirklichte diese zuvor nur latente Gefahr, und seine Wirkung auf die Menschen der meisten Länder schätzt Arendt hoch ein. Der Vorwurf, sie habe Eichmann entlastet, geht jedoch in die Irre, da sie das Todesurteil ausdrücklich begrüßt und ihm, trotz formaler Bedenken allein wegen der Zuständigkeit des Gerichts, auch zustimmt. Eichmann war, durch seine Taten belegt, dazu entschlossen, die Welt nicht mit einem bestimmten Teil der Völkerfamilie, den Juden, zu teilen. Doch, so Arendt: Auch unter der totalitären Herrschaft gibt es Wahlmöglichkeiten, eine Moral.